Schämt Euch!

(Anmerkung: Dieser Beitrag wurde schon mal veröffentlich auf dem Portal Medium.)

Wer in Verantwortung steht, muss auch dazu stehen.

Es gibt bei mir ab und an Situationen, wo ich in den Spiegel schaue und mich schäme. Für Sachen, die ich getan oder nicht getan habe. Für die ich die Verantwortung trage.

Wenn ich mir anschaue, was aktuell in der Welt passiert, frage ich mich immer öfters: “Schämen sich die Verantwortlichen denn nicht für den Bockmist / Schwachsinn / Skandal / ‘nennt es, wie ihr wollt’”? Oder direkt gefragt: “Schämt Ihr euch denn nicht?” Oder noch direkter gesagt: “Schämt euch!”

Folgende, konkrete Beispiele fallen mir hier sofort ein:

Die Katastrophe von Fukushima und die Folgen, mit der die Welt noch eine Ewigkeit zu kämpfen haben wird. Aber das Thema ist nicht mehr aktuell und wird von den Verantwortlichen kleingeredet oder unter den Tisch gekehrt.

Der Abhörskandal um Prism, Tempora etc. Hier mache ich weniger die NSA und Konsorten dafür verantwortlich in ihrem Wahn aus Sicherheit, als konkret die Politik, die a) solche Überwachungsmechanismen anordnert und b) sowas mit sich und seinen Bürgern machen lässt. Direkt enttäuscht wurde ich hier von unserem Bundespräsidenten, der sich doch das Wort Freiheit so groß aus die Stirn hat tätowieren lassen bei seinem Amteintritt und jetzt die Mütze sehr tief ins Gesicht gezogen hat.

Schon paar Jährchen her ist die Finanzkrise. Und gerade deswegen sollten sich die Verantwortlichen hier in Grund und Boden schämen. Gelernt hat man hier nichts und wer wurde eigentlich zur Verantwortung gezogen, dass Milliarden an Geldern, Investitionen und Sparanlagen zerstört wurden und ganze Nationen am finanziellen Abgrund stehen. Und wer steht dafür vor Gericht oder ist schon längst im Gefängnis?

Zu guter letzt möchte ich auch noch an unsere aktuellen drei Vorzeigeprojekte erinnern: Stuttgart21, Berliner Flughafen und die Hamburger Elbphilharmonie. Würden die Verantwortlichen so mit ihrem eigenen Geld umgehen, wenn es direkt um ihre Familie und ihre eigene Existenz geht?

Ich könnte die Liste noch unendlich fortführen. Sicher fallen euch auch Beispiele ein. Ob im großen Stil oder in Alltagssituationen. Ich freue mich darauf unter #schämteuch.

Schöne, deutsche Sprache

(Anmerkung: Dieser Beitrag wurde schon mal veröffentlich auf dem Portal Medium.)

 

Wieso nicht so schreiben, wie man auch träumt?

Ich bin nicht deutsch. Zumindest laut meinem Pass. Ich bin hier geboren, meine Eltern sind vor gefühlt einer Ewigkeit nach Deutschland gekommen. Im Sommer sind wir immer zu unseren Wurzeln zurück. Trotzdem oder gerade deswegen habe ich einen – wie ich finde – sehr angenehmen Bezug zu Deutschland. Und bevor jemand einen tieferen Sinn im oberen Bild erkennen zu glauben scheint: Ich muss dich enttäuschen. Ich habe auf die Schnelle kein passendes Bild gefunden und ich wollte auch nicht in die Copyright-Falle tappen. Daher schnell den Bilder-Ordner aufgemacht und ein Naturbild (ist ok), da die Tierbilder aus / out sind (zum Glück).

Ich mag sehr viel an Deutschland. Gerade Punkte wie Musik & Film aus Deutschland wird in meinen Augen nicht genug gewürdigt. Die Leute hören lieber den neuesten Scheiss aus den Staaten, weil es ja so innovativ und bedeutungsvoll ist. Und die deutschen Lieder sind ja textlich immer ach so schwach. Dabei muss man einfach mal nur die üblichen englischen Texte übersetzen (man darf auch Google um Hilfe bitten…): “I love you, I hope you love me too” oder “You ‘re my girl, I show you the world” (was sich für mich sowieso noch nie gereimt hat, aber nun gut).
Wenn wir ehrlich sind, würden die Texte von Dieter Bohlen im englisch-sprachigen Mainstream nicht negativ auffallen.

Oder nehmen wir die Filme: Kommt ein sogenannter Blockbuster aus Amerika in die deutschen Kinos, so rennen die Cineasten in Scharen in die Kinos. Ich gönne denen ja auch die ganzen Transformers, Marvel Superhelden und ähnliches. Die Produktionen, vorallem das Setting und das CGI sind extrem kostenintensiv und damit können und vorallem sollten sich die deutschen Filmemacher nicht messen. Kennt noch jemand “Cascadeur – Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer”? Ich hoffe doch nicht.

Hier in Deutschland kommt es natürlich auf das Drehbuch und vorallem den Mut an, etwas ungewöhnliches machen zu wollen / zu dürfen. Wie damals in den 90ern “Lola rennt” oder – in Bezug auf Serien – “Der Tatortreiniger” (das hat der Öffentliche Rundfunk wirklich durchgewunken? Ich reibe mir die Augen und ziehe meinen Hut)

Um es auf den Punkt zu bringen: Mir ist es wichtig, dass die Kreativen dieses Landes weiter den Mut haben, Ihren Weg zu gehen und etwas Eindrucksvolles zu schaffen.Noch wichtiger ist mir jedoch, dass diese Perlen – die es in der Tat hier zu Hauf gibt – auch die Aufmerksamkeit des Publikums / Konsumenten erhalten, die sie verdienen.

Zum Abschluss möchte ich noch – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – eine Liste von Hör- und Guckempfehlungen aussprechen.

Bitte reinhören: OK KID, Die Orsons, Max Schroeder & das Love, Ja,Panik (aus Österreich, aber ich will mal nicht so sein).
Bitte anschauen: Der Tatortreiniger, Pastewka, Dr. Psycho, Stromberg (kommt sogar bald als Film im Kino), 23 – Nichts ist so wie es scheint, Das Experiment.

In diesem Sinne: Viel Spaß auf der deutschen audiovisuellen Entdeckungsreise.

Die Welt ist (noch) genug